Die Projektidee Wozu eine INSEL? Einige Schülerinnen und Schüler der unteren Jahrgangsstufen brauchen für kürzere oder längere Zeiträume während des Schultages oder periodisch übers Schuljahr hinweg gesehen eine „Auszeit“ vom normalen Unterricht in der Klasse. Aus verschiedenen Gründen können sie in diesen Zeiten nicht, nur sehr schwer oder nur unter erheblichen Störungen der Klassengemeinschaft am Unterricht teilnehmen. Eine „Isolation“ der betreffenden Schülerinnen und Schüler auf den Gängen, vor der Klassentür o.ä. wird vom Kollegium und der Geschäftsführung der Schule auf Dauer nicht als Lösung des eigentlichen Problems erlebt. Der Wunsch ist, für diese im Klassenverband zeitweise schwer zu unterrichtenden Schülerinnen und Schüler eine Alternative zu finden, die ihnen förderlich und hilfreich ist, im Idealfall auch heilsam und therapeutisch wirkt. Für wen ist die INSEL?
Das Angebot
Angeboten wird zunächst nur eine Ansprechperson, welche befähigt ist sinnvolle Beschäftigungen anzubieten. Dabei wird ein Raum mit verschiedenen Angeboten hergerichtet. Darin finden sich eine Werkbank, ein Filztisch, ein Nähtisch, eine Kletterlandschaft, eine Rückzugsmöglichkeit und ein breites Angebot an Spielmöglichkeiten wie sie aus dem Waldorfkindergarten bekannt sind. Zudem wird an eine kleine Küche gedacht, welche das Einkochen von Obst möglich machen soll. Ziel der Arbeit ist eine Verbindung zu den Kindern herzustellen, welche sie gruppenfähig und schulfähig macht. Dazu kommt in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Ganztagsschule und dem Schulgarten die Betreuung bzw. Pflege von Garten und Tieren. Neben diesen Aufgaben hat die Insel auch die Aufgabe Lehrer bezüglich der Kommunikation mit Eltern, Kollegen und Therapeuten zu unterstützen. In diesem Zusammenhang wird auch an eine Externe Beratung gedacht. Das soziale Umfeld Unsere Kinder und Jugendlichen kommen aus allen Gesellschaftlichen Schichten. Dabei ist jedoch mit Einschränkung festzustellen, dass die lernbehinderten Kinder aus intakten Familien mit gutem sozialem Hintergrund und die Verhaltensauffälligen Kinder mehrheitlich aus sozialen Brennpunkten stammen. In den letzten Jahren hat sich jedoch die zuletzt genannte Gruppe etwas verändert: es treten vermehrt auch Mädchen und Kinder aus intakten Elternhäusern mit starken Verhaltensproblematiken auf. Diese reichen auch an die schulfähigkeitsgrenze heran. Die Gründe hierfür können nur erahnt werden. Eine große Rolle spielen jedoch das Medienverhalten und die fehlende gesellschaftliche Integration oder fehlende soziale Bindungen. Gerade diese Gruppe kann oft in örtlich ansässigen Vereinen nicht mitgetragen werden. So spielt auch eine gewisse Vereinsamung und fehlende Spielkameraden eine Rolle. Die Bezüge zur Erwachsenenwelt stimmen dabei in der Regel. Allein es fehlt die Praxis und die Möglichkeit sich in einer Gruppe einzuordnen.
Die Schule Die Johannes-Schule ist eine „Waldorfschule für Lern- und Erziehungshilfe“. Aufgenommen werden alle Schüler mit einer entsprechenden Einweisung in die Sonderschule. Die Schule wurde 1987 in Saarbrücken-Altenkessel gegründet und ist seit 1989 in Friedrichsthal-Bildstock angesiedelt. Derzeit werden 150 Kinder in 12 Klassen unterrichtet. Maßgabe für den Unterricht ist der Waldorflehrplan. Dabei wird fast das gesamte Unterrichtsangebot der „großen“ Waldorfschulen bei uns im Sonderschulbereich angeboten. Es fehlen lediglich die 2. Fremdsprache und die 13. Klasse zur Abiturvorbereitung. Damit bekommen unsere Schüler ein sehr umfangreiches und gegliedertes Unterrichtsangebot. An der Johannes-Schule werden im Schuljahr 2007/2008 39 Menschen mit 32 Stellen arbeiten. Das sind 21 Lehrerstellen, 2 Therapiestellen, 3,25 Stellen in der Ganztagsschule und 5,5 Stellen in der Verwaltung (Vertretungsregelung, Geschäftsführung, Sekretariat, Hausmeister, Küche, Betreuung FSJ, und Organisation des Hauptschulabschlusses).
Finanziert wird die Schule zu 85% aus Landesmitteln. Den Rest tragen die Eltern über Elternbeiträge (etwa 100 € im Durchschnitt monatlich). Die Schule arbeitet selbstverwaltet. Verantwortlich ist der Vorstand des Schulvereines: „Waldorfschulverein für Erziehungshilfe Saar e.V.“ (Amtsgericht Saarbrücken 17VR 3086). Die Geschäftsführung kümmert sich um die Organisation des Schulablaufes, erledigt die Geschäfte des Vereines und ist auch verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit.
Unsere Lehrerinnen und Lehrer arbeiten selbstverwaltet. Dazu gliedert sich das Schulsystem in verschiedene Konferenzen um die vielen Koordinationslinien zu verbinden.
Da wir unseren Erziehungsauftrag auch zukünftig allen Kindern anbieten wollen, sehen wir in einer Änderung der Zielgruppe keine Alternative. Die Schule ist sich bewusst, dass dies zukünftig auch im Unterstufenbereich eine erhöhte Anforderung im psycho-sozialen Bereich erfordert. Allerdings wollen wir gerade diese Gruppe nicht vom Schulbesuch ausgliedern. Der Prozess, diese genannten Geldquellen zu erschließen wird allerdings einige Jahre in Anspruch nehmen. Insofern wird es nötig sein, zwei Jahre zu überbrücken.