13.12.2011
Der Weihnachtsbasar der Johannes-Schule und die Einweihung der Freiwilligen Ganztagsschule
„Alle Jahre wieder“
Am Samstag vor dem 1. Advent fand in der Johannes-Schule traditionell der Weihnachtsbasar statt. Eröffnet wurde der Basar mit einem gemeinsamen Singen von Eltern, Schülern, Lehrern und Gästen unterm Adventskranz. In einem ruhigen, stimmungsvollen Ambiente konnte jeder, ob groß oder klein, für sich etwas finden. Für Kulinarisches war durch die Salatbar, den Kuchenverkauf und das Schülercafe reichlich gesorgt. Im Saal wurde der Genuss des Kuchens noch durch Musikalisches untermalt. An vielen Ständen in ansprechend dekorierten Klassenzimmern wurde viel handwerklich Gefertigtes angeboten. Wer ein Weihnachtsgeschenk suchte, konnte an Ständen mit Puppen, Kerzen, Gestricktes, Schmuck, Büchern, Edelsteinen und vielem mehr sicherlich fündig werden. Wenn man selbst kreativ werden wollte, konnte man Kerzen ziehen oder Weihnachtsschmuck und ähnliches basteln. Wer vom Stöbern und Staunen eine Pause brauchte, hatte beim Puppenspiel dazu Gelegenheit. Ein besonderer Ort war der „Stille Raum“. Mit viel Aufwand und Liebe hergerichtet und dekoriert, hatte jeder hier die Möglichkeit, sich aus dem Trubel zurückzuziehen und einfach nur zu Staunen und Stille zu genießen.
Etwas besonderes, nicht alle Jahre wiederkehrend, war in diesem Jahr die Einweihung und Eröffnung des Neubaus der Freiwilligen Ganztagsschule an der Johannes-Schule.
Bereits im siebten Jahr bietet die Johannes-Schule ihren Schülern eine Nachmittagsgestaltung im Rahmen der Freiwilligen Ganztagsschule an. Gegründet aus einer Lehrer-Eltern-Initiative nahmen am Anfang 12 Schüler das Angebot an. Innerhalb kürzester Zeit waren es dann bereits 18. Der Nachmittag gestaltete sich in Form von Spielzeit, gemeinsamem Mittagessen, individueller Hausaufgabenbetreuung und Projekten wie z.B. Waldgängen, Tanz, Specksteinarbeiten und Zirkus. Dies fand alles in 2 Räumen des Altbaus der Johannes-Schule statt. Innerhalb von einem Jahr nahm die Schülerzahl auf über 30 zu, sodass allen Beteiligten schnell klar wurde, das der Raumbedarf den Rahmen innerhalb der Johannes-Schule überfordern würde. Die Idee des Neubaus entstand.
Eltern und Lehrer im Baukreis erörterten und diskutierten die Möglichkeiten und Notwendigkeiten. Mit Herrn Zeisig als Architekt entstand dann ein Planungs- und Baukonzept für die Errichtung eines Neubaus. Aufgrund des hohen Bedarfs an Ganztagsschulplätzen Bundesweit wurden von der EU und den Bundesländern Förderprogramme zur Errichtung von Neubauten eingerichtet. Mit den von uns eingereichten Plänen erhielten wir die Zusage für die Förderung eines Neubaus.
Am Basar-Tag war es dann so weit. Nach Ansprachen durch Frau Hommerding (Abgesandte des Ministeriums für Bildung) und Frau Wagner-Scheid (Mitarbeiterin in der Staatskanzlei) wurde in einem festlichen Akt der Neubau eröffnet. Geladene Gäste, Schüler, Eltern und Lehrer hatten endlich die Gelegenheit den lang ersehnten Neubau zu betreten und zu bestaunen. Musikalisch wurde die Eröffnung durch Mitarbeiter der Ganztagsschule begleitet.
Die Johannes-Schüler nahmen vor einigen Wochen an einem Friedensmarsch teil. Eine der Friedenstauben wurde der Johannes-Schule von der Edith-Stein Schule zur weiteren Bearbeitung des Themas Frieden mit den Schülern zur Verfügung gestellt. Diese Taube fand bei der Eröffnung auch eine Würdigung, da auch in der Ganztagsschule das sozial und emotional friedvolle Miteinander wichtig ist.
Die Inneneinrichtung wurde mit viel Holz gestaltet und strahlt eine angenehme Wärme aus. Die farblich lasierten Wände wirken sehr ansprechend und lebendig. Insgesamt sind die Räume mit den großen Fenstern sehr lichtoffen gehalten. Mit der großzügigen Küchenzeile und dem Holzofen im Zentrum des großen Raumes bekommt der Neubau eine angenehm häusliche Atmosphäre. Ein besonderes Kompliment eines Oberstufenschülers war:“ Es sieht nicht nur aus wie bei Waldorfs, es riecht auch so.“ Jetzt gilt es, die Räumlichkeiten zu verlebendigen.
Zurzeit sind 45 Johannes-Schüler in der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) angemeldet. Ein Hauptanliegen des Teams der FGTS ist die Verbesserung der Sozialkompetenz unserer Johannes-Schüler. Wir sind im Team zurzeit drei Waldorflehrer, ein Sonderpädagoge und ein Erzieher. Der Tagesablauf ist sehr strukturiert, aber auch harmonisch gestaltet. Es findet mit allen Anwesenden ein gemeinsames Mittagessen statt. Manche Schüler haben bereits vor dem Essen die Hausaufgaben mit Begleitung gemacht, andere sind nach dem Essen damit beschäftigt. Nach dem Essen gibt es für alle die Möglichkeit der Ruhephasen und des Freispiels. Wir legen viel Wert auf Beziehungspflege, um die Schüler, so gut es möglich ist, kennen zu lernen. Erst dadurch ergeben sich für uns der Raum und die Erkenntnis, wo der Schüler Hilfe braucht oder wo er selber versuchen soll. Dies ist ein wesentliches Übungsfeld für Schüler und Betreuer in allen Nachmittagsbereichen, ob Mittagstischbegleitung, Freispiel, Projekte und sonstige Aktivitäten. Alle Schüler sollen sich als Individualitäten und gleichzeitig aber auch als Teil der Gemeinschaft wahrnehmen und kennenlernen. Bei einzelnen Schülern ist für diese Prozesse eine dichtere Betreuung notwendig. Dies wird durch Eingliederungshelfer geleistet. Ebenso werden wir täglich noch durch junge Menschen aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr unterstützt. Ein wichtiger Faktor für das Gelingen der emotionalen und sozialen Entwicklung unser Ganztagsschüler ist der Kontakt zu den Eltern. Nur durch die Spiegelung durch die Eltern und auch der Lehrerkollegen ist es möglich zu erkennen ob wir mit dem Schüler gemeinsam auf dem richtigen Weg sind. Und für die Zukunft hoffen wir noch viele gemeinsame Wege zu gehen.
Für das Team der FGTS Johannes-Schule
Roland Meyering