Waldorfschüler backen Brot für Straßenkinder in Nairobi
Am 9. Dezember durften in der Johannes-Schule in Bildstock die Stifte in den Mäppchen ruhen, denn fleißige Kinderhände hatten anderes zu tun: Schülerinnen und Schüler aus sechs unteren Klassen kneteten in Schüsseln und Eimern Hefe- und Sauerteig. Die Großen halfen dabei den ganz Kleinen und die Öfen in der Schulküche und der Ganztagsschule wurden an diesem Vormittag nicht kalt. Herausgeholt wurden mehrere Dutzend leckerer Brote, die bei den Eltern einen reißenden Absatz fanden. Während die Brote bräunten und verkauft wurden, liefen in einem anderen Raum noch die Waffeleisen heiß. Der Waffelduft mischte sich mit dem des frischen Brotes und dem von Moos und Schafwolle, denn die 6. Klasse hatte in ihrem abgedunkelten Klassenzimmer ein heimlich-unheimliches Nachtwäldchen entstehen lassen, in welchem die anderen Schüler gegen ein kleines Entgelt tastend und spürend hindurchgeführt wurden, wobei für manche der ganze Mut zusammengenommen werden musste. In der 8. Klasse fand ein Flohmarkt statt, auf welchem sogar ein Fahrrad ersteigert werden konnte.
Die Oberstufenschüler hatten ihren Aktionstag ein paar Wochen zuvor. Die 12. Klasse ging dabei zum Beispiel gegen Spenden einen Vormittag lang in private Gemüsegärten, um diese durch Umgraben für den Winter vorzubereiten.
Eingebettet sind diese Aktivitäten in einen weltweiten Aktionstag: "WOW"- Waldorf one world, lautet das Motto! Im letzten Jahr sammelten allein Schüler aus 150 Waldorfschulen in 15 Ländern Europas mit verschiedensten phantasievollen Aktionen 320.000 Euro vorwiegend für Schulinitiativen in bedürftigen Ländern.
Die Einnahmen der Johannes-Schüler gehen in diesem Jahr an eine Schule für Straßenkinder in Nairobi, denen es am Allernotwendigsten fehlt. Tafeln, Stifte, Matratzen, sogar Papier- für alles ist man dankbar und sogar eine Trinkwasserleitung kann dort nun von den Spenden gelegt werden.
Durch einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort, der die Spenden direkt zu den Betroffenen weiterleitet, können die Schüler der Bildstocker Schule verfolgen, was für die Straßenkinder getan wird. Sie sind stolz darauf, durch den "WOW-day" ihren Teil für ein wenig mehr Mitmenschlichkeit auf der Welt beitragen zu können.