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Die ganze Welt auf Triers Straßen

Positive Bilanz der Agenda-Wochen

Von unserer Mitarbeiterin

ANNIKA AXT



TRIER. Viel los war am Samstag in der Fußgängerzone: Ein buntes Spielfest lockte zahlreiche Kinder zum Viehmarkt, und ein Umzug zur Porta Nigra verzückte Touristen wie Einheimische. Der Umzug war Abschluss der Agenda- Wochen.



Lautes Trommelgetöse, rhythmisches Rasseln und Menschen in grünen T- Shirts mit der Aufschrift "Brasil" da kommt Urlaubsstimmung auf. Die, die am Samstagmorgen den Weg in die Trierer Fußgängerzone gefunden haben, könnten tatsächlich für einen Moment glauben sie seien in Brasilien und das nicht nur wegen des herrlichen Wetters. Dazu kommen wild durcheinander lärmende Kinderstimmen rund um die Ungers-Vitrine und fußballgroße Seifenblasen am strahlend blauen Himmel: Der Viehmarkt gleicht einem Meer aus vielen Farben.



Zwei Gründe gibt es für das ungewöhnliche Bild: Das dritte Kinder-Spielfest der Freien Waldorfschule Trier in Zusammenarbeit mit "Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz" und die große Abschlussveranstaltung der Lokalen Agenda 21 Wochen unter dem Motto "Nehmt die Welt in deine Hände".



Symbolische Kette durch die ganze Stadt



Während die Kinder sich beim Kartoffellaufen, Maskenbildnern, Schnitzen und Stelzenlaufen den Schul- und Kindergartenstress von ihren Seelen toben, bereiten sich die Mitglieder der Lokalen Agenda 21 auf den großen Festumzug durch die City vor. Ziel ist der Platz vor der Porta Nigra.



Mit zwei schwer bepackten Leiterwagen und zwölf kleinen Plastikweltkugeln setzt sich der Tross in Bewegung. Allen voran das Straßentheater der Lebenshilfe Werkstatt Trier. Die Teilnehmer geben Sandsäcke weiter und bilden damit symbolisch eine Kette durch die ganze Stadt. Gleich dahinter und nicht zu überhören folgt mit riesigen Trommeln und Rasseln die brasilianische Trommelgruppe "Samba Tormenta", in Anlehnung an das Jahr 1992, als mehr als 170 Staaten die Agenda 21 in Rio de Janeiro beschlossen haben.



So bahnt sich der Umzug seinen Weg durch die Fußgängerzone. Überall bleiben die Leute stehen. Neugierige kommen aus den Geschäften, um zu sehen, was draußen los ist.



Die musikalische Darbietung der Samba-Gruppe erzeugt spontane Beifallsbekundungen. Nach zwei Stunden ist der Porta-Nigra-Vorplatz erreicht. Die Teilnehmer sehen dem Höhepunkt des Umzugs gespannt entgegen: Aus den obersten Fenstern des Römertores lassen Agenda-Mitglieder Spruchbahnen herunter. Sie dokumentieren die große Bedeutung von nachhaltiger Entwicklung für die Zukunft unserer Erde.



Agenda-Veranstaltungen waren sehr gut besucht



Damit sind die Trierer Agenda-Wochen 2002 offiziell beendet. Parallel zur Konferenz der Vereinten Nationen im südafrikanischen Johannesburg "Rio+10" hatte der Verein Lokale Agenda 21 mit zahlreichen Aktionen zwei Wochen lang auf sein Anliegen aufmerksam gemacht.



Kerngedanke der nachhaltigen Entwicklung ist die Sicherung der Lebensbedingungen für zukünftige Generationen. Erklärtes Ziel des Trierer Vereins ist es auch, "dem Menschen näher bringen, was Nachhaltigkeit vor Ort bedeutet", sagt Charlotte Kleinwächter, Geschäftsführerin der Lokalen Agenda Trier.



Die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz. "Alle Veranstaltungen in den vergangenen beiden Wochen waren überraschend gut besucht", erzählt Geschäftsstellen-Mitarbeiter Zeljko Brkic, "mit einer so großen Resonanz hätten wir nicht gerechnet. Bei den Menschen scheint Handlungsbedarf vorhanden zu sein."



"Es war genau richtig so geballt in die Öffentlichkeit zu treten", ergänzt Kleinwächter, "viele verschiedene Aktionen für unterschiedliche Zielgruppen nur so konnten wir die Aufmerksamkeit erzeugen." Ihr Schlusskommentar: "Die Agenda-Wochen waren wie eine Initialzündung. Es haben sich viele neue Kontakte ergeben."
Quelle: Trierischer Volksfreund

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25. November 2007
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